Schwarzwälder Bote -Marion Selent-Witowski 21.09.2021 - 16:20 Uhr
„Für Klimaschutz braucht es Beinfreiheit“
STEP-Elterntraining -Onlinekurse starten am 6. und am 7. Oktober 2021 noch freie Plätze
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Kochkurs „Gefüllte Weinblätter“ 

Sie gedeihen ganz wunderbar auch in den Gärten in und um Althengstett: die Blätter der edlen Weinrebe. Viel zu oft landen die schmackhaften Triebe auf dem Kompost. Das sollte sich ändern. Eine Weinblätter-Börse wurde ins Leben gerufen. Melden konnte sich, wer Weinblätter abzugeben hat. Die Kontakte wurden dann an Familien vermittelt, die gerne Weinblätter kochen. Als nächstes hat das Familienzentrum dann auch einen Kochkurs „Gefüllte Weinblätter“ angeboten.

Heba und Samar Hamad erklärten sich bereit, Interessierten ihr persönliches Lieblingsrezept der Gefüllten Weinblätter beizubringen. Die Schwestern stammen aus Syrien. Ihnen zur Seite stand die gebürtige Palästinenserin Suhair Abu Shomar. Sie ist schon seit über 20 Jahren nicht nur in Althengstett, sondern darüber hinaus auch in der deutschen Sprache zu Hause: die ideale Übersetzerin. Die Nachfrage nach diesem speziellen Kochkurs war groß. Und so trafen sich am Mittwoch in den Ferien 15 Teilnehmer*innen und die Kochkurs-Leiter*innen in der Schulküche der Grundschule.

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Heba Hamad, die zurzeit ein Praktikum in der Küche des Seniorenheims absolviert, hatte sich im Vorfeld extra einen Tag freigenommen, um zusammen mit ihrer Schwester alle Zutaten einzukaufen. Heba Hamad hat in Syrien als Musiklehrerin gearbeitet. Ihre pädagogischen Fähigkeiten  bei der Vermittlung im Kochkurs waren unverkennbar. „Mir war es wichtig, dass die Teilnehmer alles verstehen und richtig machen“, betonte Heba. Samar Hamad ist eine leidenschaftliche Köchin. „Kochen ist mein Hobby“, sagt sie. Es war offensichtlich, dass Samar über einen großen Ehrfahrungsschatz verfügt. „Ich war anfangs sehr nervös“, gestand Suhair Abu Shomar, aber das legte sich nach kurzer Zeit. „Ich habe schnell gespürt, dass alle Teilnehmer ein echtes Interesse haben. Das gab mir ein gutes Gefühl“, meinte Suhair.

Viel später als ursprünglich gedacht, lagen die Gefüllten Weinblätter und der Salat schließlich auf den Tellern. Die Begeisterung war groß. Einhellig die Meinung: es ist ein einmaliges Geschmackserlebnis. Nicht nur mit einem gefüllten Bauch und mit vollen Vorratsdosen, auch mit vielen neuen wertvollen Erkenntnissen und Erfahrungen ging der Abend zu Ende. Und vor allem: Wir haben nicht nur Zitronensalz, Granatapfelsirup und den Einsatz verschiedener arabischer Gewürze kennengelernt, sondern auch viele nette Menschen.

Zunächst wurden die Weinblätter blanchiert, danach die Füllungen (eine mit Fleisch und eine vegetarische Variante) zubereitet. Beim Einwickeln waren die Kursteilnehmer anfangs noch etwas unbeholfen, aber mit der Übung kamen die Erfolgserlebnisse. Neben dem emsigen Tun wurde auch viel gelacht an diesem Abend und über die Küchen verschiedener Kulturen gesprochen. Einer der Kursteilnehmer -Manfred Rose- beschrieb die Atmosphäre als ausgesprochen offen, kommunikativ und freundlich. Eineinhalb Stunden mussten die Gefüllten Weinblätter gekocht werden. Genügend Zeit, um als Beilage einen Tabouleh Salat zuzubereiten.

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