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Schwarzwälder Bote

Schwarzwälder Bote_Gemeinschaftserlebnis trotz Beschränkungen - Jeanette Tröger 14.05.202

Gemeinschaftserlebnis trotz Beschränkungen

Corona: Begegnungsraum „Rössle“ wird zur öffentlichen Galerie / Kleine Künstler entwerfen farbenfrohe Zauberwesen

Neuhengstett hat aktuell eine ganz bezaubernde öffentliche Galerie. In den großen Fenstern des Begegnungsraums „Rössle“ hängen farbenfrohe Werke kleiner Künstler, die auch den Betrachter auf eine Reise in seine eigene Fantasie schicken.

Althengstett-Neuhengstett. Sabrina Frieser hatte die Idee, in der Corona-Zeit, in der die üblichen Aktivitäten und Treffen im Begegnungsraum wegen Abstands- und Hygienegeboten nicht stattfinden konnten und noch immer nicht können, zusammen mit dem Familienzentrum Althengstett die Kinder zum Malen und Gestalten eines Zauberwesens aufzurufen. Und die Schaufenster des Begegnungsraums zu nutzen, um trotzdem ein Gemeinschaftserlebnis für den Ort zu schaffen. „Die drei Kunstwerke mit den meisten Stimmen erhalten einen Preis und alle Teilnehmer bekommen eine kleine Anerkennung“, betont die Initiatorin (siehe „Info“).

Die „Zauberwesen“ von Joshua, Mia und Lena sowie 26 weiteren kleinen Künstlern sind in Neuhengstett im Fenster des Begegnungsraums ausgestellt. Ihre Mutter Sarah Felmeth (links) und die Initiatorin der Kinder-Vernissage, Sabrina Frieser (rechts), freuen sich über die große Resonanz in der Bevölkerung.Foto: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Einhorn namens „Die heilige Blume“, das laut seinem fünfjährigen Erschaffer „zaubern, fliegen und alles“ kann, ist dort zu sehen. Eine Collage mit dem Zauberwesen „Ozza“ aus Papier, Pfeifenputzern und Glitzergel hat eine Vierjährige gebastelt. Die jüngste Künstlerin, eine Zweijährige, hat ebenfalls mit verschiedenen Materialien das Wesen „Beb“ geklebt, das hüpfen kann.

„Schuschu“ und „Rollro“begeistern Betrachter

Die Fantasie und Kreativität der teilnehmenden Kinder scheint unerschöpflich, wie der geneigte Betrachter der 29 Exponate unweigerlich feststellen wird. Schon die Beschreibungen der erdachten Wesen stehen dafür: „Rollro“, ein Mensch mit zu Schnecken eingerollten Armen zum Beispiel, „Schuschu“, der Waldgeist in Großmutters Zaubergarten oder ein „Seemännchen-Drache“. Dann die dreidimensionalen Collagen, die Geschwister auf Rauhfasertapete gezaubert haben, während ihre Eltern im neuen Haus tapeziert haben. Sogar Origami-Technik kam zum Einsatz. Ein elfjähriges Kind hat ein „verschiebbares“ Wesen mit dem namen „Fluff“ gefaltet.

„Wir sind überwältigt von der Resonanz auf die Aktion“, erzählt Sabrina Frieser im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, „innerhalb von zwei Tagen waren schon 60 Mails eingegangen. Mittlerweile sind es fast 140“. Und bestimmt ist damit noch nicht Schluss, denn auch Angelika Hener, die den Begegnungsraum „Rössle“ betreut, berichte ihr davon, dass Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern vor den Schaufenstern verweilen und auch oft Passanten stehenbleiben, um in die Fantasiewelt der Jungen und Mädchen einzutauchen.

„Ich wollte die Kinder von ihrem derzeitigen Alltag wegbringen“, sagt Frieser weiter, „und war neugierig: Was bringt ein Kind aus seiner Fantasie hervor?“ Und nun habe sie Gänsehaut: „Was für eine tolle Aktion!“

Frieser hat seit 2019 einige Aktionen für Kinder und Erwachsene angeboten, Mal- und Gestaltungskurse ebenso wie Auftritte als geschichtenerzählende „Blattfrau“. Als der Begegnungsraum in Neuhengstett 2019 konkret wurde, fühlte sie sich angesprochen vom Aufruf des Familienzentrums zur Mitarbeit. „Mein erster Impuls war, über die Kinder der Migrantenfamilien alle an einem Tisch zu bringen.“ Generationen und Nationen sowie die Ortsteile zusammenbringen, sei ihre Motivation, „und dass die Kinder das auch so lernen“.

Bis Sonntag, 16. Mai, können die Betrachter der Kinder-Vernissage über ihre Favoriten abstimmen. Jeder kann drei Stimmen vergeben und diese per E-Mail schicken an: sabrina.frieser@gmail.com.


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