Auftaktveranstaltung Familienzentrum
Auftaktveranstaltung Familienzentrum
10. Oktober 2014
Althengstett setzt deutliches Zeichen
Althengstett setzt deutliches Zeichen
13. Oktober 2014
Eröffnungsrede Frau Weik Familienzentrum Althengstett

Eröffnungsrede Frau Weik

Eröffnung des Familienzentrums am 10.10.2014

Vor etlichen Jahren haben wir mit den Kindern und den Eltern einer Kindergartengruppe ein Sommerfest gefeiert. Das Motto war: Waldolympiade. Als Preis gab es – natürlich für jede Familie und in Absprache mit dem Förster – einen kleinen Tannensetzling, den wir zuvor im Unteren Wald ausgegraben haben. Ein kümmerliches Pflänzchen war nach der Siegerehrung übrig. Wegwerfen – nein, wieder zurückbringen –ein zu großer Aufwand, einpflanzen – ja, aber wo? Wer weiß, wo wir diesen kaum überlebensfähigen Setzling eingepflanzt haben? Ja, er sitzt im vorderen Garten und ist inzwischen zu einem netten und mehr oder weniger ansehnlichen Tännchen herangewachsen, an dem ich immer wieder meine Freude habe. In manchem Winter, bei mancher Behandlung durch die Kinder, in manchem trockenen Sommer glaubte ich nicht, dass das Pflänzchen überlebt. Doch überzeugen Sie sich nachher mit einem Blick beim Nachhausegehen selbst – das Tännchen hat überlebt, gedeiht und ist frisch und grün.Warum erzähle ich dies? Immer wieder war die Rede vom kleinen Pflänzchen Familienzentrum, das wir setzen und von dem wir hoffen, dass es gedeiht.

Eröffnungsrede Frau Weik Familienzentrum Althengstett

Auf dem Weg bis heute habe ich manches Mal gedacht: Sollen wir’s nicht lassen, alles wieder zurückdrehen? Doch die Überzeugung, dass aus dem kleinen Pflänzchen Familienzentrum etwas Gutes entstehen kann, und auch schon entstanden ist, hat immer wieder neue Motivation gegeben und so können wir heute die offizielle Eröffnung feiern.
Entstanden ist die Idee, wir haben es schon gehört, vor über zwei Jahren. Doch letztendlich entstand ein erster Anfang viele Jahre früher, als sich der Kindergarten bzw. die Kindergärten weiter entwickelt haben. Zum Beispiel als im Januar 2006 Kinder zunächst mit 2-3 Jahren, später ab dem 1.Lebensjahr in der sogenannten Kleinkindgruppe betreut wurden. Heute haben wir 3 Gruppen und auch hier wurde die Betreuungszeit für 5 Plätze zu einem Ganztagesangebot erweitert. Oder als im gleichen Jahr im September der Kindergarten Nordstraße sich zu einer Ganztageseinrichtung weiterentwickelte mit Öffnungszeiten von 7.00 bis 17.00 Uhr an fünf Tagen die Woche, natürlich neben dem Angebot der Regelöffnungszeiten.

Dieses Umstrukturieren wurde vom Träger, der Gemeinde Althengstett, verantwortet und finanziert. Dafür gilt ihr großer Dank. Umsetzbar wurden all diese großen Umstrukturierungen aber letztendlich auch durch die engagierten Mitarbeiterinnen, die ein Herz für Familien hatten und haben. Sie haben die Bedürfnisse von Familien gesehen und mitgetragen. In den Herzen der Mitarbeiterinnen oder wie man es pädagogisch ausdrückt, in den Haltungen und durch sie, wurde so sehe ich es, der erste Same für eine Weiterentwicklung zum Familienzentrum gelegt. 2008 wurde dann durch die Einführung der Familienbesuche, zunächst ein Projekt des Landes Baden-Württemberg, der Blick auf die Bedürfnisse der Familien von Geburt an gelenkt. Fast automatisch schlossen sich Kurse, die sog. Stärkekurs, für Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr an. Externe Mitarbeiterinnen – Fachfrauen – bringen dabei ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrung ein. Sie sehen, kleine Zweige entfalten sich.Stellt sich da überhaupt noch die Frage nach dem „Warum“, warum brauchen wir ein Familienzentrum? Einige Antworten dazu: Ja, es gibt Familien, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen und müssen und dabei auf ein gutes Betreuungsangebot angewiesen sind.

Ja, es gibt Familien, bei denen ein Elternteil nur teilweise oder auch gar nicht berufstätig ist und die, die Angebote der Kindertageseinrichtungen als Lernorte für ihre Kinder nicht minder schätzen. Ja, es gibt Familien, denen Unterstützung und Beratung gut tut und es gut ist, dass wir mit verschiedenen Stellen kooperieren, sei es mit den Fachstellen Frühe Hilfen oder Erziehungspartnerschaft des Landkreises, den Schulen, dem Spracheilzentrum, und ich könnte noch manche Stelle nennen. Ja, es gibt Familien, denen es in unserer immer stärker werdenden individualisierten Gesellschaft gut tut, dass es Begegnungsmöglichkeiten gibt, bei denen man sich austauschen kann, sei es bei einem Elterncafe oder in den Eltern-Kind-Gruppen. Ja und es gibt Familien, die Anschluss und Kontaktmöglichkeiten suchen bei den Angeboten der Vereine oder der Kirchen, beim Sport, beim Musizieren, in einer Jungschargruppe, beim Kindergottesdienst. Und, das möchte ich hervorheben, es gibt auch Familien, die sich für das Gemeinwohl engagiert einbringen und für und mit Familien die Zukunft aktiv gestalten, sei es im Elternbeirat der Kindertageseinrichtungen, im Beirat des Familienzentrums oder bei der Neugestaltung des Mehrgenerationenplatzes.

Die erste große Aktion des neu installierten Familienzentrums war die Erstellung einer Broschüre mit einer erstmaligen Zusammenstellung aller Angebote, die es hier in unserer Gesamtgemeinde für Familien gibt, angefangen von den Betreuungsangeboten in den Tageseinrichtungen, der Schulen, über die Angebote der Vereine und der kirchlichen Organisationen. Ich freue mich, dass auch der Seniorenrat, die Musikschule und die Vhs mit einem Infoflyer vertreten sind und ich freue mich über die zarten Verästelungen, die es bereits schon gibt und die bestimmt noch wachsen werden.
Die Broschüre „Informationen für Familien“ wird über die Kindertageseinrichtungen und die Schule an die Familien verteilt und künftig bei den Familienbesuchen mitgenommen. Sie dürfen sich gerne ein druckfrisches Exemplar mitnehmen. Vorträge, das Jahrgangstreffen, Einladungen an alle Neugeborenen eines Jahres mit ihren Familien, erste Kontakte zu Vereinen und Gruppierungen all dies waren Aktionen im vergangenen Jahr und das Bäumchen wächst, zaghaft, manches Mal auch etwas unregelmäßig, doch es soll grünen zum Wohl der Familien und der Kinder hier in der Gesamtgemeinde Althengstett.

Was können wir dafür tun? Bei Pflanzen wissen wir es, da heißt es, gießen, düngen, hacken, Unkraut jäten. Was dies auf das Familienzentrum bezogen heißt? Lassen Sie uns da gemeinsam kreativ sein, Ideen entwickeln und erkennen, dass im Miteinander unsere Stärke liegt. Gerne bin ich bereit, soweit es in meinen Möglichkeiten liegt, mit Ihnen gemeinsam die Gärtnerarbeit am Familienzentrum zu tun und das, wie es in unserem Logo aufs Beste zum Ausdruck kommt mit Herz.

Charlotte Weik