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Familiennachmittag in der Kindertagesstätte Fronäckerstraße
Ferienbetreuung in den Pfingstferien
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Von Marion Selent-Witowski 25.04.2019. Auch für dieses Jahr gilt im Althengstetter Familienzentrum das Motto "Familie bin ich ein Leben lang" Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Aufwertung für den ganzen Ort

Das Althengstetter Familienzentrum (FAZ) ent­wickelt sich prächtig und besitzt eine große Strahlkraft über den Ort hinaus. Leitungsassistentin Franziska Binczik ­berichtete jüngst im Gemeinderat über Aktivitäten und Entwicklung der äußerst beliebten Einrichtung, die eine Aufwertung erfährt.

Althengstett. Die Erzieherin erläuterte detailliert bedarfsorientierte Angebote für Kinder und Familien. Begegnung, Beratung, Bildung und Begleitung sind dabei die Überbegriffe. „Ziel ist die Stärkung der Familien in ihren Beziehungen und Entwicklungen von Freundschaften durch die Weiterentwicklung aktueller Plattformen der Begegnung. Wohl fühle ich mich an meinem Wohnort, wenn ich soziale Kontakte habe und knüpfen kann. Dazu sind Plattformen des Austausches und der Begegnung wichtig“, sagte Binczik.

Begleitung in allen Lebenslagen
Ein wesentliches Ziel sei die Stärkung der Familien in ihrer Erziehungskompetenz über Kursangebote, das Erkennen eigener Ressourcen und Stärken, besonders für junge Familien. „Sie sollen ihr Leben eigen- und sozialverantwortlich gestalten und sich selbst bilden können“, betonte die Leitungsassistentin. Individuelle Begleitung und Förderung der Jungen und Mädchen in allen Lebenslagen solle sichergestellt und Bildung als etwas Wertvolles erlebt werden.

Wie Binczik weiter ausführte, sei die Zusammenarbeit der Althengstetter Kindertagesstätten in den vergangenen Jahren als Verbundmodell gewachsen. Im Herbst soll mit einem einrichtungsübergreifenden Konzept gestartet werden: Es werde Raum für Bewegung geschaffen, da Zusammenhänge zwischen der Bewegungskompetenz eines jeden Menschen und seiner individuellen Bildungsprozesse bestünden.

Die Grundidee des FAZ, nämlich Familien zu begleiten, werde interessanterweise von anderen Kreisgemeinden aufgegriffen, wie Bürgermeister Clemens Götz betonte. Das würde die Planung von Räumlichkeiten für ein Familienzentrum bei der Neuplanung von Kindertagesstätten zeigen. „Das Familienzentrum ist inzwischen ein Leuchtturm. Es entwickelt sich dynamisch weiter“, sagte Gemeinderat Richard Dipper.

Die Zahl der Beschäftigten, die in der Gäugemeinde unmittelbar mit Kindern arbeitet, ist nach Angaben des Rathauschefs in den vergangenen zehn Jahren um etwa 50 Prozent gewachsen. Ein Drittel arbeite unmittelbar in diesem Bereich, die meisten davon in den Kindertagesstätten, andere in den Schulen und in der Schulkindbetreuung. Eine deutliche Aufwertung erfährt der Bereich Erziehung, Bildung, Betreuung und Familie nun quasi als vierte Säule innerhalb der Gemeindeverwaltung neben Haupt- und Ordnungsamt sowie Kämmerei. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag Götz’ einstimmig, in diesem neuen Amt die Kindertagesstätten, Betreuungsangebote in der Schule und die vielfältigen weiteren Aktivitäten des Familienzentrums zusammenzufassen.

FAZ-Leiterin Charlotte Weik geht, wie berichtet, gegen Ende des Jahres in den Ruhestand. Danach wird die beliebte Einrichtung im Tandem geleitet werden und zwei Bereichsleitungen haben: „Bildung und Betreuung“ (vor allem Kindertagesstätten) und „Netzwerk und Begleitung“ (vor allem die weiteren familienbegleitenden Aktivitäten des Familienzentrums). Die bisherige Leitungsassistentin Franziska Binczik wird den Bereich „Bildung und Betreuung“ übernehmen, Barbara Ogbone den Bereich „Netzwerk und Begleitung“. Letztere ist noch als Flüchtlingsbeauftragte tätig, bringe von ihrem Studium einen Abschluss in Erziehungspädagogik mit und aus ihrer aktuellen Aufgabe eine sehr gute Vernetzung innerhalb der Gemeinde, so Götz.

Noch kein Datum für Wechsel an der Spitze

„Das bedeutet eine Aufwertung des Zentrums“, sagte Ratsmitglied Thomas Schmidt zur neuen Organisationsstruktur, und Philipp Jourdan sah darin „eine Aufwertung für den ganzen Ort“.

Wann Binczik und Ogbone Weik ablösen werden, steht noch nicht fest. „Frau Weik ist und bleibt die Chefin bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Herbst. Ich möchte hier noch keine Abschiedsrede beginnen. Aber ganz kurz: Ich bewundere sie und ihre Arbeit sehr, und wir können sehr dankbar sein für das, was sie für die Kinder, für Althengstett und damit für uns alle leistet und geleistet hat“, äußerte sich der Bürgermeister anerkennend.